Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis Zwickau wird deutlich aufgewertet und damit für mehr Menschen attraktiver. Dafür hat der Wirtschafts-, Bau- und Umweltausschuss des Kreistages Zwickau auf seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben. „Mit der neuen Planung des ÖPNV ergeben sich deutliche Verbesserungen für die Fahrgäste im gesamten Landkreis, weshalb wir der Beschlussvorlage der Verwaltung ohne Vorbehalte zugestimmt haben“, sagt Robert Volkmann, der für die „Freien Wähler“ im Ausschuss sitzt.
Fast doppelt so viele Menschen profitieren von „PlusBus“ und „TaktBus“
Die bis Dezember 2027 umzusetzenden Maßnahmen sehen eine deutliche Aufwertung der Hauptlinien mit besserer Taktung und längerer Betriebszeit sowie mehr „PlusBus“-Linien im gesamten Landkreis vor. Zudem erhalten mehr Einwohnerinnen und Einwohner Zugang zum ÖPNV. „197.600 Menschen im Gesamtlandkreis werden im 500m-Radius einer Haltestelle einer PlusBus- oder TaktBus-Linie wohnen“, heißt es in der Beschlussvorlage der Landkreisverwaltung. Bisher waren es 93.500. „PlusBus“- und „TaktBus“-Linien sind nach Angaben des Landkreises Zwickau hochwertige Regionalbuslinien und zeichnen sich durch direkte Linienwege, leicht merkbare Takte und gute Anschlüsse mit dem Zugverkehr aus. Bemerkenswert: Die Anzahl der „PlusBus“-Linien verdoppelt sich. Im Gesamtlandkreis wird es künftig 12 statt bisher sechs Linien geben. Zudem konnte durch die Überarbeitung am Ende auch noch Geld gespart werden – vor allem weil unwirtschaftliche Parallelverkehre zwischen der Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau GmbH und der Regionalverkehr Westsachsen GmbH wegfallen.
Nach Angaben des Landratsamtes Zwickau ergeben sich diese Änderungen:
• Die Linie 136 hält in Zwickau nicht mehr an der Stadthalle, was die Linie beschleunigt.
• Die bisherigen Kurzfahrten zwischen Zwickau und Wilkau-Haßlau werden durch die SVZ als Linie 13 (zweimal pro Stunde statt bisher einmal pro Stunde) durchgeführt, womit die Zahl der Fahrten zwischen Zwickau und Wilkau-Haßlau steigt.
• Künftig findet die letzte Fahrt ab Zwickau nach Kirchberg täglich einheitlich um 21.40 Uhr ab Zwickau statt. Die bisherigen zusätzlichen Wochenend-Kurzfahrten zwischen Wilkau-Haßlau und Kirchberg entfallen, dafür gibt es auf der Linie 143 zwischen Kirchberg und Zwickau zusätzliche Fahrten am Wochenende.
• Die Linien 132 (Wilkau-Haßlau – Niedercrinitz – Kirchberg) und 139 (Wilkau-Haßlau – Wiesenburg – Weißbach – Kirchberg) (ehemals 156) verkehren Montag bis Freitag im einheitlichen Zwei-Stunden-Takt und verbessern damit nach Angaben des Landratsamtes die Erreichbarkeit der kleinen Orte zwischen Wilkau-Haßlau undKirchberg abseits der „PlusBus“-Achse an die Zentren.
• Die Linie 135 wird zum „PlusBus“ aufgewertet und verkehrt neu auf einem einheitlichen Linienweg in einem festen Takt (jede Stunde zur selben Minute).
• Die Linie 141 im Abschnitt Zwickau – Hartenstein wird neu zum „PlusBus“ – das heißt, sie verkehrt montags bis freitags im einheitlichen Stundentakt (mit Verstärkerfahrten an Schultagen) von 5 bis 19 Uhr und am Wochenende im Zwei-Stunden-Takt von 9 bis 19 Uhr.
• Die Linie 29 der SVZ verkehrt stündlich zwischen Zwickau und Stenn. Zweistündlich verkehrt die Linie weiter über Stenn Oberdorf nach Ebersbrunn, wo Anschluss von und nach Hirschfeld besteht; zweistündlich verkehrt sie weiter bis Schönfels, wo die Burg als touristisches Ziel künftig am Wochenende erreichbar wird.
• Die Linie 21 ermöglicht künftig montags bis freitags eine neue zweistündliche Querverbindung zwischen dem Zwickauer Klinikum, Weißenbrunn und Lichtentanne. Die Einwohner von Lichtentanne erreichen so das Pleißencenter und das Heinrich-Braun-Klinikum.
• Die Linie 181 der RVW verkehrt zwischen Zwickau, Neumark und Reichenbach als schnelles Regionalbusangebot (ohne Bedienung von Stenn) im Zwei-Stunden-Takt derart, dass gemeinsam mit dem zweistündlich verkehrenden Zug der Linie RB2 ein Stundentakt zwischen Zwickau, Neumark und Reichenbach entsteht.
• Die Linie 143 (Zwickau – Ebersbrunn – Hirschfeld) wird von Hirschfeld bis Kirchberg verlängert. Somit erhält die Kirchberger Oberstadt mit dem Neubaugebiet eine umsteigefreie Verbindung nach Zwickau. Die Linie verkehrt montags bis freitags alle zwei Stunden (mit Verdichtungen zu den Schulanfangs- und -endzeiten) und erhält auch am Wochenende einzelne Fahrtenpaare, sodass Ebersbrunn und der Tierpark Hirschfeld als touristisches Ziel eine Busanbindung am Wochenende erhalten. Im Stadtgebiet Zwickau erschließt die Linie die Geinitzsiedlung, wo Parallelverkehr mit der SVZ abgebaut wird.
• Die bisherige SVZ-Linie Zwickau-Königswalde und RVW-Linie Werdau-Königswalde werden zu einer durchgehenden Verbindung zusammengefügt, die als Linie 161 Montag bis Freitag zweistündlich vom Zwickauer Klinikum, Königswalde, Friedenssiedlung, Werdau-Sorge, Werdau-Innenstadt, Werdau Bahnhof nach Leubnitz verkehrt. Durch Anschlüsse vom/zum „PlusBus“ in Werdau-Sorge in/aus Richtung Zwickau entsteht für Königswalde wie bisher eine stündliche Fahrtmöglichkeit von/nach Zwickau.
• Die Linie 160 verkehrt im Stadtgebiet Werdau über den Johannisplatz und das Gymnasium, sodass die Werdauer Oststadt über die Haltestelle am Gymnasium eine tägliche Busanbindung erhält. Die Linie 160 verkehrt Montag bis Freitag im Stundentakt und am Wochenende im Zweistundentakt mit Anschlüssen am Werdauer Bahnhof von/zur S-Bahn in/aus Richtung Zwickau und Leipzig. Die Linie 160 ist für das Werdauer Stadtgebiet der vertaktete „S-Bahn-Zubringer“.
• Die derzeitigen Linien 111 (Zwickau-Pölbitz – Glauchau) und 133 (Zwickau-Pölbitz – Meerane) werden derart vertaktet und koordiniert, dass in den nördlichen Zwickauer Stadtteilen Mosel und Oberrothenbach ein Stundentakt entsteht und parallele SVZ-Angebote entfallen können. Dabei wird die derzeit deutlich unterrepräsentierte Verbindung Zwickau – Meerane aufgewertet.
• Die derzeitige Linie 173 (Zwickau-Pölbitz – Thurm) wird vertaktet und verkehrt künftig in „PlusBus“-Qualität montags bis freitags stündlich und am Wochenende zweistündlich, wovon nach Angaben des Landratsamtes Zwickau die Gemeinde Mülsen mit ihrem am dichtesten besiedelten Ortsteil Thurm und die Zwickauer Stadtteile Schneppendorf und Crossen profitieren.